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Der Erste in der Linie des BMW 7er (E32) war noch weit entfernt von der sonst typischen Eleganz, die BMW auszeichnet. Dennoch erreichte er im Bezug auf Komfort und Fahrdynamik als Pionier das Niveau der S-Klasse. Jedoch war der Verkaufserfolg mäßig. Heutzutage ist der Siebener vor allem wegen seiner Disharmonie in der Szene ein sehr begehrtes Fahrzeug.
Der Designer Paul Bracq wurde extra von Mercedes zu BMW geholt, um den ersten Siebener zu zeichnen. Der Vorstand von BMW zeigte sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Schon bei der Farbwahl zeigt sich der Wagen störrisch. Hennarot steht ihm nicht, schon eher Saphirblau oder Resedagrün, auch Polaris geht noch. Besser wäre ein heller Anstrich, der einen Oberklasse-Status dezent unterstreicht. Doch der Siebener zeigt sich in aggressivem GTI-Knallrot. Nicht allein durch die Farbe musste Wagen lange seine Außenseiterposition aussitzen.
Der 7er BMW wirkt unproportioniert. Nichts erinnert an das kühle Understatement des 3er, 5er oder 6er, dass der Designer Bracq viel besser Zustande bekommen hat. Das runde Heck wirkt zu lang und zu scharf betont. Der Tankverschluss befindet sich komischerweise auf der linken Seite und das 100-Liter-Tankfass unter dem Kofferraum, direkt unter der Aufprallzone. Das Lenkrad ist zu flach angebracht und Seitenflächen lassen ihn rein optisch als Dickerchen wirken. Die Breite des Wagens ist enorm und lädt ein, eine Party in dem Wagen zu feiern. Der Fond gleicht einer Wohnlandschaft, in die man sich hineinfläzen kann.
Dennoch kam der Durchbruch des 7er nicht zustande. Heute erfreut er sich genau wegen seiner Unangepasstheit großer Beliebtheit. Auch wenn das spritfressende Monster bestimmt nicht in jedes Portemonnaie passt. Mittlerweile wird er als Youngtimer gehandelt und ist besonders in Hennarot begehrt, weil diese Farbe die Trotzigkeit des Fahrzeugs unterstreicht.


