Film-Guerilla auf den Wänden vorbeiziehender Häuser: Das ist bei manchen Cinephilen bereits ein beliebtes Event. Mit Bollerwagen, Beamer und Autobatterie ziehen sie durch die Straßen und projizieren Kunst- und Kurzfilme an die Fassaden der Stadt. Diese Idee hat die Automobilindustrie aufgegriffen. Der neue Smart, den der Pariser Autosalon vorstellt, präsentiert sich als Autokino. In die Fronthaube des Smarts ist ein Beamer integriert. So lassen sich Filme auf die gegenüberliegende Wand auf dem Parkplatz werfen.
Der „Forstars“, wie Smart sein neues Modell nennt, bietet auch weitere stylische Features: Das Äußere erinnert an einen Mini. Über die Ladefläche haben die Smart-Designer eine Heckklappe aus Glas gezogen. Ansonsten bleibt das neue Modell dem „For us“ ähnlich: ein langgezogener Mini-SUV. Bewegt wird der Wagen von einem Elektromotor mit 60 kW. Den haben sich die Hersteller aus dem Brabus Smart electriv drive geliehen.
Weitere Details des Kleinen sind die großen rhombischen Scheinwerfen, die die Katzenaugen ablösen. Im Gegensatz zum aktuellen Smart wird die Front breiter, sie springt wie eine Art Nase hervor. An kleine Spielereien scheinen die Designer große Freude gehabt zu haben. Die Sitze zum Beispiel sind Rahmen, über die Stoff gespannt wird. Das ist praktisch für den Transport von sperrigem Gegenständen. Zieht man die Stoffhülle vom Beifahrersitz ab, können lange Gegenstände durch die offene Sitzschale gelegt werden. Anstelle eines Innenspiegels überträgt eine Kamera am Heck den Blick nach hinten auf ein Smartphone. Das wird dann oben mittig an die selbe Stelle befestigt, wo zuvor der Innenspiegel saß.
Ob das nun sinnvoll ist oder nicht, bleib fraglich. Auf jeden Fall erübrigt sich die Diskussion darüber, denn der Wagen bleibt ein Messemodell und wird nicht in Serie gehen. Das ist Schade für die Cinephilen unter uns, aber bestimmt kein Verlust für den Straßenverkehr.



