Mit dem Slogan „Vision erfüllt“, warb Mercedes-Benz bisher für die neue S-Klasse. Nun wurde die Werbung vorerst per einstweiliger Verfügung gestoppt. Der Grund hierfür: falsche Angaben zu Emissionen, Effizienzklassen und Spritverbrauch bei dem S 62 AMG und dem S 63 AMG 4Matic lang.
Deutsche Umwelthilfe erklagt Stop
Der Antrag zum Stop der Kampagne, kam von der Deutschen-Umwelthilfe (DUH). Sie wehrten sich damit gegen eine besonders dreiste Verbrauchertäuschung. Denn Mercedes-Benz versprach bei den sportlichen AMG-Modellen einen wesentlich niedrigeren Verbrauch, geringere Emissionen und bessere Effizienzklassen. So sollten alle Modelle maximale CO2-Emissionen zwischen 213g/km und 225 g/km haben, sowie die Effizienzklassen D bis A. Im Test stellte sich nun aber heraus, dass die tatsächlichen Emissionen bei „S 63 AMG 4Matic lang“ und „S 63 AMG“ viel höher sind. Konkret liegen sie zwischen 242 g/km bzw. 237 g/km und dies bedeutet: Effizienzklassen E bis F.
Außergerichtliche Einigung scheiterte
Im Vorfeld hatte die DUH Mercedes außergerichtlich aufgefordert, die Angaben zu überprüfen und zu korrigieren. Mercedes ignorierte die Aufforderung und setzte seine Kampagne fort. Auf Nachfrage behauptete der Automobilkonzern, dass zum Drucktermin noch keine Werte für die AMG-Modelle vorlagen. Doch dies schützte das Unternehmen nicht. Denn die DUH überzeugte das Landgericht davon, dass auch für die AMG-Modelle alle Daten zuvor bekannt waren. Zudem ginge es um eine absichtliche Täuschung der potenziellen Kunden. „Mit den geschönten Bandbreiten bei CO2-Effizienklassen, Spritverbräuchen und CO2-Emissionen sollte die neue S-Klasse insgesamt als umweltverträglicher erscheinen, als sie tatsächlich ist“, so DUH-Chef Reusch.
Täuschung ist kein Einzelfall
Leider ist Mercedes-Benz kein Einzelfall, wenn es um das Schönen von Verbrauch, Emissionen & Co. geht. Ein Alltags-Test des Automobilclubs „ACE“ zeigte nun, dass viele Automobilhersteller die Angaben in Ihren Datenblättern schönen. Im Durchschnitt verbrauchten die untersuchten Autos z.B. 13,4 Prozent mehr Sprit als vom Hersteller angegeben. Zudem werden die Autos für den Test mit zeitsparenden Reifen ausgestattet, die Klimaanlage bleibt aus und Kaltstarts werden umgangen.



