Es ist soweit. Nach langen Ankündigungen bringt BMW seine Elektro-Hoffnung i3 auf den deutschen Markt. Auch wenn der erste Blick auf den Preis von schlappen 35 000 Euro den geneigten Kaufinteressenten erstmal ein gutes Stück zurückweichen lässt, lohnt ein zweiter Blick durchaus.
Entwicklungsstillstand?
Elektroautos leiden grundsätzlich an teils utopischen Anschaffungspreisen, Nachhaltigkeit hin oder her. Dies schlägt sich jedes Verkaufsjahr aufs Neue in den Zulassungszahlen nieder. Die Ankündigung der Bundesregierung, eine Millionen E-Autos auf unseren Straßen sehen zu wollen, kann da nur als hohle Durchhalteparole abgetan werden. Doch es gibt ein Licht am Ende des Elektrotunnels, denn immerhin würden die Deutschen laut einer aktuellen Umfrage sich tatsächlich ein Elektroauto zulegen, allerdings nur unter gewissen Voraussetzungen: 20 000 Euro sollte das Fahrzeug maximal kosten und mindestens 350 Kilometer weit am Stück kommen. Werte, die von der Realität noch ein gutes Stück entfernt liegen. Der neue BMW i3 beispielsweise, der ja eine echtes Aushängeschild für die ambitionierten Bayern sein soll: 180 Kilometer, dann ist die Batterie leer. Wo bleibt da der Fahrspaß?
Auch beim Preis liegen die Ansprüche der potenziellen Kunden und die Erwartungen der Hersteller ein gutes Stück auseinander. Der Grund dafür sind u.a. die hohen Kosten für die Antriebsstränge, die bei Elektrofahrzeugen im Moment noch 5-fach so hoch sind, wie bei herkömmlichen Autos. Doch in dieser Sparte wenigstens ist bis 2020 Besserung in Sicht, die Preise werden aller Voraussicht nach weiter fallen.
Lange Wartezeit
Die Frage bleibt nur, wie sich die Hersteller und die Kunden auch vom Kopf her in den nächsten Jahren weiter entwickeln sollen? Werden sich die alternativen dann noch von dem Image des viel zu teueren Anschaffungspreises und der geringen Reichweite erholen können? Oder haben sich bis dahin alternative Möglichkeiten wie das Carsharing soweit durchgesetzt, dass man das E-Auto gar nicht mehr wirklich braucht? Wer weiß?



