© panthermedia.net Martin Rath
Leichte, steife Baustoffe wie Karbon und Aluminium haben im Autobau Hochkonjunktur. Immer mehr Teile werden aus ihnen gefertigt. Besonders in den letzten Jahren, da hohe Ölpreise und immer strenger werdende Umweltvorschriften es immer attraktiver machen, statt immer stärkerer Motoren lieber leichtere Bauteile zu verwenden – schließlich kann man auch so bessere Beschleunigung und agileres Fahrverhalten erreichen, und spart dabei noch Treibstoff. Von den Bedienelementen bis zu den tragenden Teilen der Karosserie kommen immer mehr alternative Materialien zur Verwendung. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Aluminium und Karbon so weit verbreitet und dadurch günstig werden, dass Stahl in den Autos zur Randerscheinung wird.
Doch das ist keineswegs der Fall. Immer noch bestehen Autos im Durchschnitt zu mehr als 50 Prozent aus Stahl. Und immer noch wird Stahl weiterentwickelt, und hat gute Chancen darauf, mit anderen Materialien Schritt halten zu können, und bis in die ferne Zukunft in Autos aller Art Verwendung zu finden. Neue Materialien sind dabei keineswegs nur Konkurrenten des Stahls, sondern bisweilen seine Verbündeten: Legierungen mit Aluminium und Mangan ermöglichen Stahle, die leichter und gleichzeitig dehnbarer sind, als die traditionell verwendeten Legierungen. Auch die Verwendung von Nanopartikeln im Stahl kann dazu beitragen, dass dieser seine Eigenschaften verbessert.
Besonders die Dehnbarkeit von Stahl zeichnet es gegenüber Aluminium und Karbon aus: Während diese eher steif und dadurch aus spröde sind, kann Stahl Stöße über viele Jahre abfedern, indem er sie durch Dehnung kompensiert. Dadurch kommt es weniger zu mikroskopischen Rissen, und die Lebensdauer der Fahrzeuge wird erhöht. Auch dank dem Wertstoff Stahl steht Autofahreren heutzutage eine solche große Auswahl an Gebrauchtwagen von Privatpersonen, im Internet und bei den Händlern zur Verfügung. In Zukunft wollen Materialforscher sogar Stahllegierungen entwickeln, welche kleine Risse selbsttätig reparieren können.


