Spritpreise melden? – Bürger sind skeptisch

© Sandor Jackal - Fotolia.com

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Anfang Mai brachte die deutsche Bundesregierung vor allem auf Drängen des Wirtschaftsministers Philipp Rösler von der FDP ein Gesetz auf den Weg, das Mineralölkonzerne dazu verpflichten soll, ihre Treibstoff-Einkaufspreise offenzulegen. Erwartet wird so eine größere Transparenz am Markt und eine dämpfende Wirkung auf die Spritpreise.

Über ein elektronisches System würden dann Endkundenpreise vom Tankstellenunternehmen manipulationssicher bei der neuen Markttransparenzstelle ankommen. Über Apps oder Webseiten könnte dann in Echtzeit angezeigt werden, wo es in der Region gerade den preiswertesten Sprit gibt. Rösler setzt also hauptsächlich auf die Macht der Verbraucher. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich die deutschen Autofahrer im Gegensatz zur Politik kaum etwas vom Gesetz erhoffen.

Die Stuttgarter „Motor Presse“ befragte rund 1.564 seiner Leser um ihre Erwartungen rund um die Meldepflicht für Spritpreise. Das ernüchternde Resultat: 66 Prozent der Befragten glauben nicht, dass das Gesetz für preiswerteren Sprit sorgen wird. Lediglich 24 Prozent stimmen mit dem Wirtschaftsminister überein. Repräsentativ für ganz Deutschland sollten diese Zahlen sicherlich nicht interpretiert werden, denn die befragten Leser waren schließlich überzeugte Autofahrer mit viel Wissen. Da diese aber oft als Meinungsbilder im ganzen Bekanntenkreis fungieren, ist auch ganz allgemein zu erwarten, dass kaum Hoffnung auf Besserung durch das neue Gesetz kommt.

Die Umfrage zeigt auch, dass steigende Spritpreise meist einfach hingenommen werden und nur selten zu einer Veränderung des eigenen Fahrverhaltens führen: Rund 20 Prozent der Befragten werden trotz höherer Preise weiter fahren wie bisher, 50 Prozent räumen lediglich ein, ein wenig sparen zu wollen. Nur ein gutes Viertel spricht von spürbaren Auswirkungen. Auch die Urlaubsplanung vieler Deutscher zeigt sich unbeeindruckt vom teuren Benzin und Diesel: 70 Prozent der Befragten halten an ihren Plänen fest, nur eine Minderheit von sechs Prozent will deswegen nicht mit dem eigenen PKW in den Urlaub.

Verfasst von Phillip um 06:11:33 - am 21. Juni 2012

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