WWW im Kfz – Deutsche Hersteller im Check

Bild: © panthermedia.net/ 150019 (Tatjana Balzer) - Der Blick auf das Smartphone ist in Zukunft nicht mehr nötig, da die Automobilindustrie Fahrzeuge internettauglich macht

Bild: © panthermedia.net/ 150019 (Tatjana Balzer) – Der Blick auf das Smartphone ist in Zukunft nicht mehr nötig, da die Automobilindustrie Fahrzeuge internettauglich macht

Bisher war das eigene Auto einer der wenigen Plätze, an dem man – abgesehen von Smartphones und Internet-Stick – keinen Zugang zum World Wide Web hatte. Die deutschen Premium-Autohersteller hielten diesen Zustand allerdings für dauerhaft untragbar. Audi, BMW und Mercedes schicken sich derzeit an, ihre neuen Modelle mit Internetzugang zu versehen. Angefangen wird dabei natürlich bei den hochpreisigen Limousinen der Oberklasse. Wie bei allen technischen Neuerungen hakt es allerdings noch an der einen oder anderen Stelle. Manche Benutzer klagen über Eingabeschwierigkeiten bei der Bedienung des Dreh/Drück-Reglers im neuen 7er BMW. Es sei auch gar nicht so einfach in der Bedienmaske des BMW das Sonderzeichen @ zu finden und auch die Real Time Traffic Information (RTTI), einem Echtzeit-Verkehrsinfo-System des BMW connected drive, scheint noch nicht ganz so ausgereift zu sein.

Die Vorteile

Trotzdem ist die Integration des Autos ins Internet natürlich zeitgemäß und notwendig. In Zukunft werden nicht nur Navigationssysteme davon profitieren, die ihr Kartenmaterial wenn nötig minütlich aktualisieren könnten. Auch die Spracherkennungssysteme profitieren von der Neuerung, stehen ihnen doch nun Unmengen von Vergleichsdaten zur Verfügung, die sie befähigen, auch den letzten Hinterwäldler möglicherweise zu verstehen. Eine Route kann am heimischen Rechner geplant werden, per Mail wird sie dann direkt ans Auto versendet und der Wagen weiß schon vor dem Einsteigen, wohin es gehen soll. E-Mails können empfangen und bei Bedarf vom Auto vorgelesen werden.

Die Mängel

Vergleichbar mit einem intuitiv einfachen Smartphone ist das Ganze aber noch nicht. Noch stören die umständliche Bedienung und die problematische Koppelung von Telefon und Auto, die oft nur über Bluetooth möglich ist. Eher zeitgemäß ist der Einsatz von Head-Up Displays und Touchscreens. Trotzdem fehlt es noch an einheitlichen Standards, ausgereiften Systemen und Bedienkomfort. Aber die Entwickler bei Mercedes und Co. bauen ihre Autos ja nicht in erster Linie für digital natives. Die Produktzyklen der Autoindustrie sind generell wesentlich länger als die bei moderner Unterhaltungselektronik, daher wird es noch einige Zeit dauern, bis jeder Neuwagen mit einem bezahlbaren und funktionalen Internetzugang ausgestattet sein wird.

Verfasst von Marius um 08:30:23 - am 8. November 2012

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