125 Jahre ist es her, dass die Ehefrau des Automobil-Erfinders Carl Benz zu ihrer berühmten Fernfahrt aufbrach und ihrem Mann so half, zu einer bedeutenden Figur in der Geschichte zu werden. Dabei ging es in dieser Testfahrt um die Beantwortung vieler Fragen. Sie könnten ähnlich ausgesehen haben wie viele Fragen, die wir uns momentan hinsichtlich des Elektroautos stellen: Wie weit können wir damit fahren und woher bekommen wir den nötigen Saft? Ganz genauso war es damals, nur dass es um das Auto an sich ging.
Der Beginn der Geschichte
1886 konstruiert Carl Benz den dreirädrigen “Patent-Motorwagen” und somit sein erstes motorbetriebenes Fahrzeug. Das Gefährt steht heute im Deutschen Museum in München und kann dort bewundert werden. Damals erntete das Fahrzeug jedoch kaum Bewunderung, sondern schreckte die Menschen eher ab. Kaum einer wollte das pferdelose Gefährt kaufen, bis es 1888 zum “Typ III” umgewandelt wird. Dieses Modell hat zwar immer noch drei Räder, wirkt durch seine Kutschenoptik allerdings robuster als das Urmodell. An diesem Punkt der Geschichte kommt Bertha Benz ins Spiel. Denn diese machte die Autoentwicklung durch ihre Mitgift erst möglich. So entschloss sich die resolute Tochter aus gutem Hause, am 05. 08. 1888 zu einer Fernfahrt mit dem Mobil ihres Mannes. Dabei verriet Bertha nichts von ihrem Plan und machte sich gemeinsam mit den Söhnen Richard und Eugen auf den Weg von Mannheim nach Pforzheim, um das Gefährt so auf Herz und Nieren zu prüfen.
Eine spannende Testfahrt
Die vor ihnen liegende Strecke ist 106 Kilometer lang. Was für uns heute wie ein Katzensprung aussieht, war damals eine weite Reise mit ungewissem Ausgang. In aller Frühe bricht Bertha am Morgen des 05. August auf. Über den weitreichenden Ausflug erfährt Carl Benz erst durch einen Zettel auf dem Tisch in der Küche. Auf ihrer Fernfahrt legt Bertha bei Pannen selbst die Hand an. So reinigte sie z. B. eine verstopfte Benzinleitung mit einer Hutnadel. Dank ihres Ausfluges gelingt es Bertha Benz, Fehler des “Typ III” zu erkennen und ihrem Mann Verbesserungsvorschläge zu machen. Auch in den Medien sorgte ihre Tour für Furore. Dies war damals gute PR für Carl Benz, wodurch er innerhalb kurzer Zeit 25 Exemplare seines 2,5 PS starken Wagens verkaufen konnte.


