Mercedes hat seiner E-Klasse ein Facelift verpasst. Herausgekommen ist ein sehr gutes Auto, das in der Optik mehr an Dynamik gewonnen hat. Es wirkt frischer und deutlich zeitgemäßer als sein Vorgängermodell. Die Rückleuchten sind gewachsen und peppen das Heck auf. Doch reicht das, um die Konkurrenz wieder auf die hinteren Plätze zu verweisen?
Sicherheitstechnik und Assistenzsystemen gegen Aufpreis
Audis A6 und der 5er BMW sind in dieser Klasse die größten Mitbewerber um die Gunst der Kunden – und sie liegen vorn. Hat Mercedes also mit dem Facelift eine Chance vertan?
Der Ansatz, ein Auto zu bieten, das die Konkurrenz übertrumpft, ist zwar erkennbar, aber nicht bis zum Ende ausgeführt. So verfügt die neue E-Klasse über eine Vielzahl an Sicherheitstechnik und Assistenzsystemen, wie z. B. eine Fußgängererkennung, die bei Gefahr automatisch vor einer Kollision abbremst oder teilautonomes Staufolgefahren – aber erst, wenn der Kunde rund 8 000 Euro mehr ausgibt. Sonderausstattung lautet hier das Stichwort. Serienmäßig gibt es immerhin LED-Frontscheinwerfer und 16-Zoll-Bereifung. Fernlichtassistent, Reifendruckkontrolle oder ein Großbildschirm-Navi sucht man stattdessen in der Serienausstattung vergebens. So muss sich Mercedes durchaus die Frage gefallen lassen: Was bietet die E-Klasse, was der Konkurrenz fehlt? Ein schickes Auto? Die baut man in München und Ingolstadt auch.
Aus alt mach neu
Mercedes hat sich für die E-Klasse überlegt, Altes wieder neu aufleben zu lassen, um beim Aspekt der Einzigartigkeit zu punkten: ein Lenkstock am Steuer, mit dem die einzelnen Stufen des Automatikgetriebes einzustellen sind – gab es bereits in den 1960er Jahren schon mal –, sowie ein Pedal im Fußraum statt einer Handbremse, wie man es ebenfalls Ende der 60er im Mercedes W114/W115 vorfand.
Ab dem 13. April steht die neue E-Klasse bei den Händlern; die gänzlich neue Generation gibt es wohl erst 2016.


